#CBG17-Fahrer-Bericht: #30 Christian B.

Hallo Candy B.,

auch von mir großen Dank an die Organisation. Ich habe zum ersten Mal an einem Overnighter teilgenommen und habe mir dafür extra einen Crosser besorgt.

Schon die ersten 80 km bis zum Main hatten es teilweise in sich. Richtig spannend wurde es im Spessart bei Nacht. Schieben, schmale Singletrails, haarige Abfahrten etc. hielten den Adrenalinspiegel hoch.
Zu viert flogen wir durch die rabenschwarze Nacht. Bert, Joachim, Robert und ich. Auf der Ü40 Party in Bad Soden-Salmünster kurz aufgewärmt und mit Getränken versorgt. Gegen 2 Uhr mit Joachim alleine weitergefahren, da die anderen in einer Schutzhütte blieben. In Neuhof gegen 04:00 haben wir dann doch für 2 Stunden in einer Sparkasse geschlafen. Nach einem üppigen Frühstück in Fulda wurde sie Strecke etwas Gravellastiger, aber das ständige auf und ab kostete reichlich Körner. Am schlimmsten war die Passage auf dem Grenzstreifen. Dafür waren meine Reifen eindeutig zu schmal.
Stundenlang durch kleine Orte und wilde Landschaft. Am Horizont die gewaltigen Salzberge. Gegen Mittag endlich ein Ort mit Supermarkt. Zusammen mit Joachim, mit dem ich seit gestern Nacht unterwegs bin schlage ich mir den Magen voll. Das größte Problem auf der Tour ist eindeutig das Fehlen jeglicher Infrastruktur. Fast keine Läden, Restaurants, Tankstellen und Hotels auf großen Teilen der Strecke. Am Nachmittag eine Stunde auf einer Wiese geschlafen und weiter ging‘s. Irgendwann treffen wir Gunnar und fahren zu dritt weiter. Wieder in die Höhe auf den Rennsteig. Wie eine Fata Morgana taucht gegen 18:00 eine Berghütte vor uns auf, wo gerade Fleisch und Würste gegrillt werden. Hungrig wie die Wölfe fallen wir darüber her. Robert gesellt sich auch noch dazu. Wieder geht es in die Nacht. Eigentlich wollen Joachim und ich noch Lutherstadt erreichen. Aber irgendwie scheinen die Kilometerangaben nicht mit unserem Track übereinzustimmen. Um 02:00 in Sangershausen ist Schluss. Es ist mittlerweile eiskalt. Joachim und ich trennen uns. Er in seinen Schlafsack und ich für eine Stunde in eine Sparkasse und danach zu Mc-Donalds. Dort treffe ich 3 Randonneure die an der „Fleche Allemagne“ teilnehmen. Nach nur einer Stunde Tiefschlaf und Maxi-Menü fahre ich schon um 04:00 weiter und erreiche am frühen Morgen Lutherstadt. Endlich eine Bäckerei, aber die Verkäuferin möchte die Kaffeemaschine nicht anwerfen, da nur 3 Stunden geöffnet L Also weiter bis Köthen. Der letzte Tag war geprägt von oft starkem Gegenwind, anfangs viel Asphalt, später Richtung Berlin von schwer zu meisternden Sandwegen. Gegen 17:00 endlich den Teltower Kanal und Zehlendorf erreicht. Der GPS Track zeigte jetzt immer noch 46 km bis zum Ziel. Ich dachte zuerst an eine Fehlanzeige, wurde aber eines besseren belehrt. Kreuz und quer durch Berlin. Im dichten Grunewald x-mal verfahren, da das GPS nicht mehr korrekt anzeigte. War ich froh die ätzenden Sandwege endlich hinter mir zu haben und auf den Kudamm einzubiegen. Kurz nach 19:00 das Hotel erreicht und mein Päckchen abgegeben. Konnte es kaum glauben, dass erst 2 Fahrer vor mir dort waren. Die letzten Km wie im Rausch. Pünktlich zu den letzten Sonnenstrahlen des Tages meine Runde über den Flughafen gedreht. Was für eine tolle Stimmung.  Nach 717km auf meinem GPS und knapp 50h ( nur 4 Stunden Schlaf) erreiche ich das Denkmal.
Fazit:
Tolle, abwechslungsreiche Strecke, am Ende etwas asphaltlastig und in Berlin zu verwinkelt (man möchte nach 2 Tagen ENDLICH ankommen)
Das nächste Mal mit besserem Schlafsack, mehr Essen und besserer Lampe. Keine Platten und keine Wehwehchen. Freue mich schon auf 2018!!!

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